Das Wohn-Esszimmer einrichten
Ein kombiniertes Wohn-Esszimmer ist oft der wichtigste Raum in der Wohnung: Hier isst du, entspannst, arbeitest vielleicht und empfängst Gäste. Damit das alles gut funktioniert, braucht es eine clevere Aufteilung und Möbel, die zu deinem Alltag passen. Mit ein paar klaren Entscheidungen kannst du den Raum so planen, dass er ruhig wirkt und trotzdem alles mitmacht.
Wenn du dir vorher Gedanken über Platz, Wege, Licht und Stauraum machst, vermeidest du typische Fehlkäufe und ständiges Umstellen. So entsteht ein Wohn-Esszimmer, in dem du dich morgens beim Kaffee genauso wohlfühlst wie abends auf dem Sofa.
Grundplanung: Platz, Wege und Aufteilung im Wohn-Esszimmer
Bevor du irgendetwas kaufst oder verrückst, lohnt sich eine kleine Bestandsaufnahme. Der wichtigste Punkt ist das Platzangebot: Miss den Raum wirklich aus, inklusive Nischen, Heizkörpern und Fensterflächen. Notiere dir, wo Türen aufgehen, wo Steckdosen sind und wo eventuell schon ein TV-Anschluss liegt. So erkennst du schnell, welche Bereiche sich eher für den Essplatz und welche für den Wohnbereich eignen.
Plane zuerst die Stellflächen für die großen Möbel. Für einen Esstisch mit vier Stühlen solltest du rundherum mindestens 70 bis 80 Zentimeter Bewegungsfläche einrechnen, damit du Stühle bequem zurückschieben kannst. Bei einem 160 x 90 Zentimeter großen Tisch ergibt das schnell eine Fläche von etwa 3 x 2,5 Metern, die du freihalten solltest. Wenn du den Tisch zu knapp stellst, wirkt der ganze Raum gequetscht, selbst wenn er eigentlich groß ist.
Überlege dir außerdem, wie du den Raum im Alltag nutzt. Kochst du viel und trägst oft heiße Töpfe oder volle Teller hin und her, sollte der Weg zwischen Küche und Esstisch möglichst kurz und gerade sein. Stell dir vor, du läufst mit einer Schüssel Pasta vom Herd zum Tisch: Du solltest nicht um das Sofa herumkurven müssen oder dauernd Stühle zur Seite schieben. In vielen Wohnungen ist es sinnvoll, den Essbereich in Küchennähe zu planen und den Wohnbereich eher weiter innen im Raum zu platzieren.
Ein häufiger Fehler ist, den Fernseher als Erstes zu positionieren und alles andere darum herum zu bauen. Besser ist es, du legst zuerst fest, wo der Essbereich liegen soll, und suchst dann einen Platz für den Fernseher, der zu deinen Sehgewohnheiten passt. Praktisch ist ein schwenkbarer Fernseher, den du bei Bedarf in Richtung Esstisch drehen kannst, der aber im Alltag nicht den ganzen Raum dominiert. So kannst du zum Beispiel vom Sofa aus entspannt Serien schauen und bei einem Spieleabend den Bildschirm zum Tisch drehen.
Vergiss bei der Grundplanung auch die Wege im Raum nicht. Du solltest vom Sofa zur Tür, zur Küche und zum Fenster gehen können, ohne ständig um Stühle, Beistelltische oder Pflanzen herumzulaufen. Wenn du beim gedanklichen Durchgehen des Raums dauernd „drumherum“ gehen musst, ist das ein Zeichen, dass die Möbel zu groß oder ungünstig platziert sind. Plane lieber ein Möbelstück weniger ein und gewinne dafür Bewegungsfreiheit.
Hilfreich ist es, den Raum grob auf Papier zu skizzieren oder mit Malerkrepp die geplanten Möbelgrößen auf dem Boden zu markieren. So siehst du schnell, ob ein 2,40 Meter langer Esstisch wirklich passt oder ob ein 1,80 Meter langer Tisch im Alltag entspannter wäre. Lieber etwas kleiner und luftig als groß und ständig im Weg.
Essbereich und Wohnbereich sinnvoll anordnen
Wenn die grobe Aufteilung steht, geht es darum, Ess- und Wohnbereich so anzuordnen, dass sie sich nicht gegenseitig stören. Als Faustregel gilt: Der Essbereich profitiert von Fensternähe, der Wohnbereich von einer eher geschützten Zone im Raum. Am Fenster sitzt du beim Essen im Tageslicht, kannst rausschauen und hast eine angenehme Helligkeit. Auf dem Sofa möchtest du dagegen selten direkt von der Sonne geblendet werden oder mitten im Durchgang sitzen.
Stell dir einen rechteckigen Raum mit Fensterfront auf einer Längsseite vor: Hier passt ein Esstisch quer vor das Fenster, mit Stühlen links und rechts. Das Sofa kann dann mit dem Rücken zum Essbereich in Richtung gegenüberliegende Wand oder Fernseher zeigen. So entsteht automatisch eine klare Unterteilung, ohne dass du eine Wand brauchst. In einem kleineren Raum mit Fenster an der Schmalseite funktioniert oft ein runder Tisch in Fensternähe gut, während ein kompaktes 2-Sitzer-Sofa seitlich davon steht.
Die richtige Tischform wählen
Auch die Form des Tisches beeinflusst die Wirkung des Raums. Ein rechteckiger Tisch eignet sich gut für schmale Räume und lässt sich bei Bedarf mit einer Seite an die Wand rücken, wenn du Platz brauchst. Das ist praktisch, wenn du meist zu zweit isst, aber ab und zu Besuch bekommst. Ein runder Tisch wirkt gemütlich, nimmt optisch weniger Platz ein und ist ideal, wenn du flexibel bist und öfter mal einen Stuhl dazu stellst. In sehr kleinen Wohn-Esszimmern kann ein ausziehbarer Tisch eine gute Lösung sein: im Alltag klein, bei Besuch größer. Achte dann darauf, dass du im ausgezogenen Zustand noch bequem um den Tisch herumgehen kannst.
Überlege dir auch, wie du den Tisch nutzt. Arbeitest du regelmäßig daran im Homeoffice, lohnt sich ein Modell mit robuster Oberfläche, zum Beispiel Eiche, Wildeiche oder eine gute Dekorplatte. Isst du oft mit Kindern, sind abwischbare Oberflächen und abgerundete Ecken Gold wert.
Sofa, Sessel und flexible Sitzplätze
Beim Sofa lohnt es sich, ehrlich zu dir zu sein: Wie viel Zeit verbringst du wirklich dort und mit wem? Wenn du selten fernsiehst, aber oft mit Freunden am Tisch sitzt, darf der Essbereich ruhig großzügiger ausfallen und das Sofa etwas kompakter sein. Viele stopfen ein riesiges Ecksofa in den Raum und wundern sich dann, warum der Esstisch wie ein Anhängsel wirkt. Ein schmaleres 3-Sitzer-Sofa plus ein Sessel oder ein Hocker kann oft viel stimmiger sein und wirkt luftiger.
Praktisch sind außerdem flexible Sitzgelegenheiten, die beide Zonen bedienen können. Ein gepolsterter Hocker kann als Fußablage am Sofa dienen, bei Besuch aber an den Esstisch rücken. Stapelbare Stühle oder ein schlichter Klappstuhl, der im Flur hängt, sind hilfreich, wenn du gelegentlich mehr Gäste hast. So bleibt der Raum im Alltag übersichtlich, ohne dass du bei jeder Einladung Möbel aus anderen Zimmern schleppen musst.
Zwischen Wohn- und Essbereich kannst du mit einem Sideboard arbeiten, das mit der langen Seite zwischen beiden Zonen steht. Auf der Esszimmerseite bewahrt es Geschirr und Tischwäsche auf, auf der Wohnseite Bücher, Kerzen und Medienkram. So vermeidest du offene Regale, die schnell unruhig wirken, und hast trotzdem alles in Reichweite.
- Plane den Essbereich möglichst nahe an der Küche.
- Wähle die Tischform passend zur Raumform.
- Setze auf ein eher luftiges Sofa statt auf ein übergroßes Ecksofa.
- Nutze Hocker oder zusätzliche Stühle als flexible Reserveplätze.
Wohn- und Essbereich optisch trennen
Damit dein Wohn-Esszimmer nicht wie ein zufällig möblierter Saal wirkt, hilft eine optische Trennung. Das muss nichts Schweres oder Dauerhaftes sein. Schon ein geschickt platziertes Sofa oder Regal kann als Raumteiler dienen und den Raum klarer wirken lassen, ohne ihn zu zerschneiden.
Raumteiler, Möbel und Pflanzen
Ein Sofa, das frei im Raum steht und mit der Rückenlehne zum Esstisch zeigt, ist eine einfache Möglichkeit, zwei Zonen anzudeuten. Hinter dem Sofa kannst du ein niedriges Regal oder ein Sideboard stellen, auf dem Lampen, Bücher oder Körbe Platz finden. So entsteht eine kleine „Wand“, die aber nicht die Sicht komplett blockiert. In einem länglichen Raum kann auch ein offenes Standregal als Raumteiler dienen. Achte darauf, dass es nicht zu vollgestopft ist, sonst wirkt es schnell schwer.
Große Pflanzen eignen sich ebenfalls gut, um Bereiche zu markieren. Eine Gruppe aus zwei bis drei hohen Pflanzen in schlichten Töpfen zwischen Sofa und Esstisch trennt die Zonen, ohne dass du eine feste Barriere schaffst. Beliebt sind zum Beispiel Geigenfeige, Strelitzie oder eine große Monstera. Wenn du keinen grünen Daumen hast, kannst du auch auf hochwertige Kunstpflanzen zurückgreifen, wichtig ist nur, dass sie nicht zu klein wirken. Eine einzelne Mini-Pflanze auf dem Boden geht im Raum unter, während eine 1,50 Meter hohe Pflanze richtig Wirkung zeigt.
Teppiche als Inseln
Sehr wirkungsvoll sind Teppiche, vor allem in kleineren Räumen, in denen du keine großen Möbel als Raumteiler stellen möchtest. Lege einen größeren Teppich unter das Sofa und den Couchtisch, sodass mindestens die Vorderbeine des Sofas darauf stehen. Für den Essbereich wählst du einen separaten Teppich, auf dem Tisch und Stühle komplett Platz haben. Die Stühle sollten auch im zurückgeschobenen Zustand noch auf dem Teppich stehen, sonst wackeln sie an der Kante und der Teppich verrutscht ständig.
Bei den Materialien lohnt sich ein Blick auf die Praxis: Unter dem Esstisch sind flach gewebte Teppiche aus Wolle, Baumwolle oder Kunstfaser sinnvoll, die du gut absaugen kannst. Hochflorteppiche sehen zwar gemütlich aus, sind aber bei Krümeln und Flecken schnell nervig. Im Wohnbereich kannst du dagegen ruhig zu einem weicheren, dichteren Teppich greifen, zum Beispiel einem Wollteppich in Beige oder einem Shaggy in Greige. Farblich dürfen die Teppiche zusammenpassen, müssen aber nicht identisch sein. Schön wirkt es, wenn sie im gleichen Farbspektrum bleiben, zum Beispiel ein sandfarbener Teppich im Essbereich und ein etwas dunklerer in Taupe im Wohnbereich.
Ein häufiger Fallstrick: zu viele kleine Teppiche. Zwei winzige Läufer vor Sofa und Tisch zerteilen den Raum optisch und lassen ihn unruhig wirken. Wähle lieber zwei großzügige Modelle, auch wenn sie auf den ersten Blick groß erscheinen. Der Raum wirkt dadurch ruhiger und wertiger.
- Nutze ein Sofa oder Sideboard als lockeren Raumteiler.
- Setze zwei Teppiche ein, die jeweils eine „Insel“ für Sofa und Esstisch bilden.
- Arbeite mit großen Pflanzen, um Zonen anzudeuten.
- Vermeide zu viele kleine Möbel, die den Raum zerpflücken.
Farben, Stile und Materialien im Kombi-Raum
Farben und Materialien entscheiden stark darüber, wie ruhig oder unruhig dein Wohn-Esszimmer wirkt. Ein durchgehendes Grundkonzept hilft, beide Bereiche zu verbinden, auch wenn sie optisch getrennt sind. Überlege dir zuerst eine Basis: zum Beispiel warme Neutraltöne wie Beige, Creme und warmes Grau, dazu Holz in Eiche oder Nussbaum und schwarze Akzente bei Lampen oder Tischgestellen.
Eine Möglichkeit ist, die Wände im Wohnbereich und Essbereich unterschiedlich, aber aufeinander abgestimmt zu gestalten. Du könntest zum Beispiel hinter dem Esstisch eine Akzentwand in einem sanften Salbeigrün streichen, während der Wohnbereich in einem warmen Off-White bleibt. So wird der Essplatz betont, ohne dass der Raum zerteilt wirkt. Wichtig ist, dass die Farben harmonieren: Ein gedecktes Grün, ein warmes Greige oder ein zarter Sandton lassen sich gut kombinieren und passen zu hellen Holztönen.
Auch über Stilbrüche kannst du Bereiche voneinander abgrenzen. Wenn du dich nicht auf einen einzigen Stil festlegen möchtest, kannst du zum Beispiel im Essbereich eher klare, moderne Möbel wählen, etwa einen schwarzen Esstisch mit schlichten Schalenstühlen, und im Wohnbereich ein Sofa im Retro-Look mit Holzfüßen und Bouclé-Bezug. Oder du kombinierst einen rustikalen Esstisch aus Massivholz mit einem eher minimalistischen Sofa in hellem Stoff. Wichtig ist, dass du dich auf zwei bis maximal drei Hauptmaterialien konzentrierst, zum Beispiel Holz, Metall und Stoff. Zu viele verschiedene Oberflächen wie Glas, Hochglanz, Betonoptik und mehrere Holzarten wirken schnell unruhig.
Konkrete Beispiele: Ein ruhiges Konzept könnte so aussehen: Wände in warmem Weiß, Esstisch aus Eiche, Stühle mit beigem Stoffbezug, Sofa in hellgrauem Stoff, Couchtisch mit schwarzem Metallgestell und Holzplatte, dazu ein Wollteppich in Naturtönen. Für ein etwas mutigeres Konzept könntest du eine Wand in Terrakotta streichen, einen schwarzen Esstisch mit Lederstühlen in Cognac wählen und im Wohnbereich ein helles Leinensofa mit Kissen in Rostrot und Creme kombinieren.
Wenn du dich bei Farben unsicher fühlst, bleib bei einer neutralen Basis und setze Akzente über Textilien und Deko. Kissen, Decken, Bilder und Vasen lassen sich viel leichter austauschen als ein Esstisch oder ein Sofa. So kannst du den Raum auch saisonal verändern: Im Frühling zum Beispiel mit Salbeigrün und Hellblau, im Herbst mit Senfgelb und warmem Braun.
Ein weiterer Punkt ist die Pflege: Helle Stoffsofas sehen toll aus, sind aber mit kleinen Kindern oder Haustieren schnell empfindlich. Dann sind abziehbare Bezüge oder ein etwas melierter Stoff in Greige praktischer. Bei Esstischen sind geölte Holzoberflächen schön, brauchen aber Pflege. Wenn du das nicht möchtest, ist eine robuste Dekorplatte in Holzoptik oder ein Tisch mit Keramikplatte alltagstauglicher.
Beleuchtung im Wohn-Esszimmer planen
Ein kombiniertes Wohn-Esszimmer braucht ein durchdachtes Lichtkonzept, damit es sowohl beim Essen als auch beim Entspannen stimmig ist. Plane mindestens drei Ebenen: Grundbeleuchtung, Zonenlicht und Stimmungslicht. So kannst du die Atmosphäre je nach Situation anpassen, vom hellen Familienfrühstück bis zum gemütlichen Filmabend.
Licht über dem Esstisch
Über dem Esstisch bietet sich eine Pendelleuchte an, die den Tisch klar markiert. Ideal hängt sie so, dass du beim Sitzen nicht geblendet wirst und dein Gegenüber noch sehen kannst, also meist etwa 60 bis 70 Zentimeter über der Tischplatte. Für den Essbereich eignet sich eher neutralweißes bis warmweißes Licht, je nachdem, wie frisch oder gemütlich du es magst. Eine dimmbare Leuchte ist hier Gold wert: hell beim Arbeiten oder Spielen, gedimmt beim Abendessen.
Wenn dein Tisch ausziehbar ist, denke daran, dass die Leuchte auch im ausgezogenen Zustand noch mittig wirkt. Bei sehr langen Tischen sind zwei oder drei kleinere Pendelleuchten in einer Reihe oft praktischer als eine einzige große. Beispiele wären Glaspendel in Rauchgrau, ein schlichter Metallkegel in Schwarz oder eine Leuchte mit Stoffschirm in Beige, die das Licht weicher macht.
Licht im Wohnbereich und Stimmungslicht
Im Wohnbereich wirkt warmweißes Licht am angenehmsten. Eine Deckenleuchte sorgt für die Grundhelligkeit, aber gemütlich wird es erst mit zusätzlichen Lichtquellen. Eine Stehlampe neben dem Sofa, eine Tischlampe auf dem Sideboard und vielleicht eine kleine Leuchte auf dem Couchtisch schaffen Tiefe. Verschiedene Lichtpunkte machen den Raum lebendig und helfen gleichzeitig, den Wohnbereich vom Essbereich zu unterscheiden.
Auch indirektes Licht ist im Wohn-Esszimmer sehr hilfreich: LED-Streifen hinter einem Sideboard, eine kleine Lichterkette im Regal oder beleuchtete Vitrinen bringen sanftes Licht, ohne zu blenden. Kerzen auf dem Esstisch oder dem Couchtisch sorgen zusätzlich für Wärme. Achte darauf, dass du nicht nur eine sehr helle Deckenleuchte hast, die alles flach wirken lässt. Besser sind mehrere schwächere Lichtquellen, die du je nach Bedarf kombinierst.
- Pendelleuchte über dem Esstisch, idealerweise dimmbar.
- Stehleuchte oder Bogenleuchte neben dem Sofa für Leselicht.
- Mindestens eine Tischlampe auf Sideboard oder Regal.
- Optional indirektes Licht, zum Beispiel LED-Streifen oder Vitrinenbeleuchtung.
Wenn du smarte Leuchtmittel magst, kannst du im Essbereich ein etwas kühleres Licht einstellen und im Wohnbereich ein wärmeres. So entsteht eine natürliche Trennung allein durch die Lichtfarbe, ohne dass du etwas umbauen musst. Achte aber darauf, dass die Lichtfarben trotzdem zusammenpassen und nicht zu bunt wirken.
Wohn-Esszimmer dekorieren und alltagstauglich gemütlich machen
Ist die Grundstruktur klar, kommt der Teil, der den Raum wirklich wohnlich macht: die Dekoration. Hier lohnt es sich, bewusst zu dosieren. In einem Kombi-Raum ist es schnell zu viel, wenn du auf jeder freien Fläche etwas hinstellst. Überlege dir lieber ein paar größere, wirkungsvolle Elemente und wiederhole bestimmte Farben oder Materialien.
Im Essbereich können ein schlichter Kerzenständer, eine große Glasvase mit Zweigen oder ein Tablett mit Karaffe und Gläsern schon reichen, um den Tisch lebendig wirken zu lassen. Für den Alltag ist es praktisch, wenn die Mitte des Tisches nicht komplett voll ist, damit du spontan Platz hast. An der Wand hinter dem Tisch kannst du mit einem großen Bild, einer Bilderleiste oder einem Spiegel arbeiten. Ein Spiegel gegenüber vom Fenster holt zusätzlich Licht in den Raum und lässt ihn größer wirken.
Im Wohnbereich sorgen Textilien für Gemütlichkeit: Kissen in verschiedenen Größen, eine weiche Decke über der Sofalehne und ein Teppich, in den du gerne barfuß trittst. Farblich kannst du hier ein Thema aus dem Essbereich wieder aufgreifen, zum Beispiel die Akzentfarbe der Wand oder der Stühle. So wirkt alles wie aus einem Guss, ohne langweilig zu sein. Zwei bis drei Kissenfarben reichen völlig, zum Beispiel Beige, Salbeigrün und ein dunklerer Akzentton.
Praktische Deko- und Ordnungshelfer
Gerade in einem Kombi-Raum ist Stauraum ein Thema. Ein Sideboard oder eine Vitrine im Essbereich kann Geschirr, Gläser, Servietten und Tischsets aufnehmen, damit du nicht alles in der Küche lagern musst. Im Wohnbereich helfen Körbe für Decken, Zeitschriften oder Kinderspielzeug, damit du schnell aufräumen kannst, wenn Besuch kommt. Offene Ablagen sollten nicht bis zum Rand voll sein, sonst wirkt der Raum sofort unruhig.
Ein kleiner Servierwagen kann eine gute Ergänzung sein: Du kannst dort Getränke, Gläser oder eine Karaffe platzieren und ihn je nach Bedarf näher an den Tisch oder das Sofa rollen. Optisch wirkt so ein Wagen oft leichter als ein weiteres Sideboard und ist flexibel einsetzbar. In einer kleinen Wohnung kann er auch als mobile Bar oder als zusätzlicher Abstellplatz beim Kochen dienen.
- Wähle pro Bereich ein bis zwei größere Deko-Elemente statt vieler Kleinteile.
- Greife Farben aus dem Essbereich im Wohnbereich wieder auf.
- Nutze Körbe und geschlossene Schränke für alles, was nicht sichtbar sein muss.
- Lass bewusst freie Flächen, damit der Raum atmen kann.
Großes Wohn-Esszimmer gemütlich einrichten
Ein sehr großes Wohn-Esszimmer wirkt schnell kühl und hallig, wenn du es nicht gut strukturierst. Hier ist die Herausforderung oft nicht der Platzmangel, sondern die Gemütlichkeit. Wichtig ist, dass der Raum nicht wie eine Halle wirkt, sondern in mehrere Zonen gegliedert ist, die trotzdem zusammenpassen.
Beginne damit, dir zu überlegen, wie groß Sofa, Esstisch und eventuelle zusätzliche Bereiche sein sollen. In einem großen Raum darf der Esstisch ruhig 2 Meter oder mehr lang sein, und ein größeres Sofa mit Chaiselongue oder eine Kombination aus Sofa und zwei Sesseln passt meist gut. Achte aber darauf, dass die Möbel nicht an den Wänden kleben, sondern eher „Inseln“ in der Mitte des Raums bilden. Ein großer Teppich unter dem Sofa und ein weiterer unter dem Esstisch helfen dabei, diese Inseln klar zu definieren.
Bei den Materialien funktionieren in großen Räumen sehr gut natürliche Oberflächen wie Holz, Stein und Leinen. Ein Esstisch aus dunkler Eiche, ein Sideboard mit Furnier in Nussbaum, ein Leinensofa in hellem Beige und ein Wollteppich in Naturtönen schaffen eine ruhige, wertige Atmosphäre. Dunklere Holztöne und tiefere Farben wie Schokoladenbraun, Anthrazit oder Tannengrün können einem großen Raum zusätzlich Wärme geben. Wenn du hohe Decken hast, können auch dunklere Wandfarben sehr gemütlich wirken.
Auch die Beleuchtung darf in einem großen Wohn-Esszimmer großzügiger ausfallen. Eine einzelne Deckenleuchte reicht selten aus. Plane mehrere Pendelleuchten über dem Esstisch, eine markante Bogenleuchte oder eine große Stehlampe im Wohnbereich und zusätzliche Tischlampen auf Sideboards oder Regalen. So wirkt der Raum abends nicht wie ein Konferenzsaal, sondern angenehm zoniert.
Schritt für Schritt zum stimmigen großen Kombi-Raum
Wenn du unsicher bist, wie du anfangen sollst, kannst du dich an einer einfachen Reihenfolge orientieren:
- Größen festlegen: Überlege dir, wie viele Personen regelmäßig am Tisch sitzen und wie viele Sitzplätze du im Wohnbereich brauchst. Danach richtet sich die Größe von Tisch und Sofa.
- Möbel auswählen: Entscheide dich für eher ruhige, zeitlose Stücke bei Sofa, Tisch und größeren Schränken. Auffälliger darf es bei Lampen und Deko werden.
- Teppiche planen: Suche für Wohn- und Essbereich je einen Teppich aus, der groß genug ist, um die jeweilige Zone zu tragen.
- Licht setzen: Ergänze Deckenlicht um mehrere Steh- und Tischlampen, damit der Raum abends nicht zu kühl wirkt.
- Deko dosiert einsetzen: Nutze Bilder, Vasen, Pflanzen und Textilien, um Wärme und Persönlichkeit hineinzubringen.
Ein Beispiel: In einem großen Raum mit bodentiefen Fenstern kannst du einen schwarzen Esstisch mit passenden schwarzen Stühlen stellen, dazu eine Vitrine mit Glasfront und Holzrahmen. Im Wohnbereich ein großzügiges Sofa in hellem Stoff, ein niedriger Couchtisch mit organischer Form, ein großer Wollteppich und mehrere Lichtquellen. Accessoires in warmen Tönen wie Cognac, Beige und Messing runden das Ganze ab und nehmen die Farben der Aussicht oder des Bodens auf. So entsteht ein ruhiger, aber nicht langweiliger Raum, der sowohl zum Essen als auch zum Entspannen einlädt.
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